Unser Antrag "Gedenktafeln" für die kommende Sitzung der Gemeindevertretung

Veröffentlicht in Allgemein

Der Gemeindevorstand wird beauftragt, an allen beselicher Friedhöfen Ehrentafeln anzubringen, in denen zum Ausdruck kommt, dass neben den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege ausdrücklich auch den Opfern und den Verfolgten der NS-Gewaltherrschaft gedacht wird. Zudem ist zu prüfen, ob und wie neben den Namen der Gefallenen und Vermissten auch diese Opfer namentlich Erwähnung finden können.

Begründung:

Insbesondere an Volkstrauertagen wird in den Reden stets neben den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege auch den Opfern und Verfolgten der NS-Gewaltherrschaft gedacht.

Auf den vorhanden Denk- und Ehrenmälern der Beselicher Friedhöfe bleiben die Opfer und Verfolgten jedoch bisher unerwähnt.

Obertiefenbach: Den gefallenen Söhnen vom Weltkriege 1914-1918. Gewidmet von der Gemeinde Obertiefenbach / 1939 ⴕ 1945

Niedertiefenbach: Den Toten der Weltkriege zum Gedenken / 1939 ⴕ 1945 Den Gefallenen und Vermißten d. Gemeinde Niedertiefenbach zum ehrenden Gedenken

Schupbach: Aus Schupbach stammten: / Aus Schupbach zogen aus und starben: / Es zogen aus und starben: / Es zogen aus und starben in der Heimat: / Den Gefallenen und Vermissten des II. Weltkrieges

Heckholzhausen: Den Opfern des Weltkriegs 1914 – 1918 / GEFALLEN 1939-1945 / VERMISST 1939-1945

Gerade in der heutigen, teilweise von Hass und Hetze geprägten Zeit – gegenüber Andersdenkenden und Minderheiten – ist es umso wichtiger Opfer und Verfolgten – namentlich – zu gedenken.

Ein Beispiel ist Maria Mai aus Obertiefenbach, die nach Auskunft des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen am 21.05.1940 in Weilmünster als psychisch kranke Frau in der Zeit des Nationalsozialismus vermutlich getötet wurde. Sie wurde von ihrem Wohnort Obertiefenbach aus am 28.01.1937 auf Veranlassung des OP Wiesbaden, Abteilung Montabaur (vermutlich steht OP für Oberpräsident), in die Landesheilanstalt Vitos Weilmünster eingewiesen. Die Lebensbedingungen in Weilmünster waren seit dem Jahr 1937 so schlecht, dass es hier zu einem Massensterben kam, bei dem mehrere tausend Menschen den Tod fanden (siehe anhängendes PDF-Dokument „Sandner 100 Jahre Weilmünster“). Maria Mai wurde im Jahr 1940 in Obertiefenbach bestattet. Obwohl die Gräber von Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft nachdem bundeseinheitlichen Gräbergesetz dauerhaft bestehen bleiben sollen und keine begrenzte Ruhefrist haben, wurde ihr Grab vor einigen Jahren entfernt.

 
 

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