Zusammenarbeit mit den Eltern, flexible Betreuungsmodelle, verlässliche Vertretungsregelungen: SPD schlägt einheitliches Konzept für Beselicher Kitas vor.
Die Beselicher SPD-Fraktion hat im Heckholzhausener Gasthaus „Lindeneck“ ihren Entwurf eines Kinderbetreuungskonzeptes vorgelegt und mit Bürgern und Vertretern von Einrichtungen diskutiert. Wie Fraktionsvorsitzender Michael Jahn betonte, habe seine Fraktion mit vielen Eltern und Erzieherinnen Gespräche geführt, um deren Wünsche herauszufinden. Der SPD ist es wichtig, dass es in allen vier Ortsteilen eine Kita und eine Betreuung für Grundschüler gibt.
Außerdem fordert sie, dass den Eltern verschiedene Betreuungsmodelle angeboten werden und dass vergleichbare Leistungen in ganz Beselich den selben Preis kosten. An einem Standort soll eine Waldgruppe eingerichtet werden.
Die Kinderbetreuung bis zum dritten Lebensjahr soll in der Regel in der Kinderkrippe Obertiefenbach stattfinden. Die Sozialdemokraten wünschen sich, dass alle Kindertagesstätten dasselbe Bildungsmodell anwenden und mit der Grundschule Beselich absprechen. Die Öffnungszeiten aller Einrichtungen sollen harmonisiert werden. Den Eltern sollen verschiedene Module – ganztags, nur vor- oder nur nachmittags – angeboten werden. Mittagessen soll in allen Einrichtungen eingenommen werden können, erläuterte Jahn sein Modell. Integrationskinder sollten nach Rücksprache mit dem Gemeindevorstand überall aufgenommen werden können. Bei einer vorübergehenden Schließung einzelner Einrichtungen soll den Eltern die Möglichkeit geboten werden, ihre Kinder in anderen Beselicher Einrichtungen unterzubringen.
Runder Tisch
Als notwendig betrachtet es die SPD auch, die Zusammenarbeit der Einrichtungen in Form eines runden Tisches zu fördern. Damit die Gemeinde finanzielle Planungssicherheit hat, sollen freie Träger, so der Wunsch der Sozialdemokraten, bis 1. November jeweils einen Haushaltsplan fürs kommende Jahr vorlegen. Der Fraktion ist es auch wichtig, dass beim Ausfall von Erzieherinnen die Vertretung professionell geregelt ist, unter anderem durch Personalaustausch unter den Beselicher Einrichtungen sowie Erzieherinnen in Reserve.
Das bei dem Treffen vorgelegte Papier ist die erste Version, die sich durch weitere Gespräche mit Betroffenen und den Diskussionen in den gemeindlichen Gremien noch verändern kann. Jahn hält die Entwicklung eines gemeindlichen Konzeptes in Kooperation mit den Eltern für notwendig, um in Beselich in Sachen Kinderbetreuung weiterzukommen.
Bürgermeister Michael Franz (parteilos) erklärte, dass die Gemeinde sich bereits in Gesprächen mit den anderen Trägern befinde und bereits einiges aufgegriffen habe, was die SPD hier fordere. Unter anderem gebe es Absprachen zwischen den Kitas, was die Ferienzeiten angehe.
Keine Brüche
Annemarie Lobenhofer, Geschäftsführerin des Trägers Lahn-Kinderkrippen, erklärte, es gebe bereits Absprachen zwischen Krippen, Kitas und Schule sowie den „Schulspatzen“ in Beselich. Denn es sollte keine Brüche in der Entwicklung der Kinder geben. Untersuchungen hätten ergeben, dass jeder in die Kinderbetreuung investierte Euro sich später siebenfach auszahle, so der Vorsitzende der Lahn-Kinderkrippen, Alexander Paul.
Bürgermeister Franz wies darauf hin, dass Betreuung trotzdem für die Kommune bezahlbar bleiben müsse. In Richtung der SPD meinte er aber auch, dass Kinder nicht gleich seien und individuell gefördert werden müssten. Wenn die Vielfältigkeit der Einrichtungen erhalten bleibe, könnten die Eltern ein Konzept wählen, das ihrem Kind entspreche. Was Vertretungen für Erzieherinnen angeht, sei das in der Praxis nicht so einfach umzusetzen wie es wünschenswert wäre, wie Einrichtungsvertreterinnen erläuterten. Denn der Erzieherinnenmarkt sei derzeit leergefegt. Kolleginnen, die Teilzeit arbeiteten, seien häufig bereit, in Notfällen mal länger zu arbeiten – aber eher nicht über einen längeren Zeitraum."
- so berichtete die NNP über unsere Veransttaltung -